Keine Panik!

Keine Panik!

Autor : Neil Gaiman
Geschlecht : Bücher, Literatur & Fiktion, Unterhaltungsliteratur,
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Dateigröße : 5.18 MB
Format : PDF, ePub

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Keine Panik!

Über den Autor und weitere Mitwirkende Der Engländer Neil Gaiman, 1960 geboren, arbeitete zunächst in London als Journalist und wurde durch seine Comic-Serie 'Der Sandmann' bekannt. Neben den Romanen 'Niemalsland' und 'Der Sternwanderer' schrieb er zusammen mit Terry Pratchett 'Ein gutes Omen' und verfasste über seinen Kollegen und Freund Douglas Adams die Biographie 'Keine Panik!'. Er lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in den USA, in Minneapolis. Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Per Anhalter durch Europa Die besagte Idee schoss Douglas Adams ohne jegliche Vorwarnung auf einer Wiese in der Nähe von Innsbruck durch den Kopf. Heute kann er sich nicht mehr haargenau daran erinnern, wie das eigentlich passierte. Aber so ungefähr muss es gewesen sein, und deshalb - angenommen, so etwas gibt es überhaupt - ist das auch der Anfang unserer Geschichte. Falls Sie also großen Wert darauf legen, an irgendeiner Stelle des Buches ein kleines Fähnchen mit der Aufschrift HIER GEHT'S LOS einzupflanzen, dann wäre genau hier der richtige Ort dafür. Im Jahre 1971 trampte der achtzehnjährige Douglas Adams mit einer Ausgabe des Reiseführers Per Anhalter durch Europa quer durch Europa. Das Buch Europa für 5 Dollar am Tag hatte er gar nicht erst mitgenommen; so viel Geld besaß er nun auch wieder nicht. Er war betrunken. Die Armut hielt ihn fest in ihren Krallen. Er hatte nicht genügend Geld, um sich ein Zimmer in einer Jugendherberge leisten zu können (ausführlich und in voller Länge ist diese Episode in seiner Einführung zu Per Anhalter durch die Galaxis: Eine Trilogie in vier Teilen - britische Ausgabe - und zu Die Anhalter-Trilogie - US- amerikanische Ausgabe - nachzulesen). Jedenfalls landete er am Abend eines entbehrungsreichen Tages auf dieser Wiese unweit von Innsbruck und starrte auf dem Rücken liegend hinauf zum Sternenhimmel. 'Irgendjemand', so dachte er sich damals, 'irgendjemand müsste einen Reiseführer durch die Galaxis für Anhalter schreiben.' Kurz darauf war ihm dieser Gedanke wieder entfallen. Als er jedoch fünf Jahre später darüber nachgrübelte, welchen triftigen Grund ein Außerirdischer für einen Besuch auf der Erde haben könnte, kam ihm dieser Einfall erneut in den Sinn. Der Rest ist Geschichte und soll in diesem Buch aufgerollt werden. Die Wiese bei Innsbruck wurde inzwischen in ein belangloses Stück Autobahn verwandelt. Als armer Student, oder was auch immer, der sich weder ein Auto, ein Flugticket und noch nicht einmal einen Fahrschein für die Eisenbahn leisten kann, bleibt dir nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass jemand anhält und dich mitnimmt. Momentan können wir es uns nicht leisten, andere Planeten zu besuchen. Wir verfügen nicht über entsprechende Raumschiffe. Womöglich gibt es andere Leute irgendwo dort draußen - ich habe nicht die geringste Vorstellung vom Leben- Dort-Draußen, ich meine ja nur - und es ist eine nette Vorstellung, dass man ganz einfach, hier und jetzt, den Daumen raushält und mitgenommen wird. - Douglas Adams, 1984 _________________ DNA Desoxyribonukleinsäure, allgemein unter der Bezeichnung DNS - im Englischen DNA - bekannt, ist der fundamentale Aufbaustoff aller Lebewesen. Die Struktur der DNA wurde im Jahre 1952 in Cambridge, England, entdeckt und entschlüsselt und im März 1953 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. In Cambridge gab es zu der Zeit jedoch bereits etwas anderes, das auf den Namen DNA hörte. Ein Jahr zuvor, am 11. März 1952, war in einem ehemaligen viktorianischen Armenhaus Douglas Noel Adams geboren worden. Seine Mutter war Krankenschwester und sein Vater Doktorand der Theologie. Eigentlich bereitete er sich auf die Priesterweihe vor, ließ sich dann aber doch von seinen Freunden überzeugen, dass dies ein furchtbarer Plan wäre. Die Eltern des kleinen Douglas zogen von Cambridge weg, als er gerade sechs Monate alt war, und als er fünf Jahre zählte, ließen sie sich scheiden. Zu der Zeit hielt man Douglas für ein recht eigenartiges Kind, das womöglich etwas zurückgeblieben war. Er hatte erst spät sprechen gelernt. 'Ich war das einzige Kind, das man dabei beobachten konnte, wie es mit offenen Augen gegen einen Laternenmast knallte. Es wurde allgemein vermutet, dass sich in meinem Inneren so einiges abspielte, denn eines war sonnenklar: Äußerlich spielte sich überhaupt nichts ab!' Douglas war ein Einzelgänger. Er hatte nur wenige gute Freunde und eine Schwester namens Susan, drei Jahre jünger als er. Von September 1959 bis 1970 besuchte er die Brentwood- Schule in Essex. Dazu äußerte er sich folgendermaßen: 'Wir beschäftigten uns hauptsächlich mit Medienkrams, ich, Griff Rhys Jones, Noel Edmunds und Simon Bell (der die Romanvorlage für Griffs und Mel Smiths berühmten, von jeglichen Auszeichnungen verschonten Film Schwachköpfe aus dem Weltraum lieferte; er ist zwar immer noch kein Megastar, schmeißt aber tolle Parties). Ein Großteil der Leute, die später den Amstrad-Computer entwickelten, gingen auch dort zur Schule. Auf der anderen Seite hat die Anstalt einen äußerst geringen Output an Erzbischöfen, Premierministern und Generälen zu verzeichnen.' Die Schulzeit gehörte nicht zu seinen glücklichsten Jahren. Meistens war er damit beschäftigt, sich 'vor irgendwelchen Spielen zu drücken'. Obwohl er beim Schwimmen und beim Kricket keine schlechte Figur machte, war er ein miserabler Fußballer und 'diabolisch schlecht in Rugby: Gleich im ersten Spiel brach ich mir das Nasenbein beim Zusammenprall mit meinem eigenen Knie. Das ist gar nicht so einfach - im Stehen. In der Schule haben sie nie so genau rausgekriegt, ob ich nun ungewöhnlich begabt oder einfach bodenlos blöd war. Jedenfalls wollte ich immer erst alles genau verstanden haben, bevor ich mich dazu äußerte.' Er war ein hochaufgeschossener, schlaksiger Junge, der sich seiner Größe durchaus bewusst war: 'Im letzten Grundschuljahr mussten wir noch kurze Hosen tragen. Ich war so furchtbar dürr und sah so lächerlich darin aus, dass meine Mutter eine besondere Erlaubnis zum Tragen langer Hosen für mich beantragte. Man wies sie jedoch darauf hin, dass so etwas erst in der Hauptschule zulässig sei. Als ich schließlich zur Hauptschule ging, mussten wir die traurige Erfahrung machen, dass es dort keine langen Hosen gab, die lang genug für mich gewesen wären. Also besuchte ich auch noch die erste Klasse der Hauptschule in kurzen Hosen. ' Zu jener Zeit interessierte er sich mehr für Naturwissenschaften als für die schönen Künste: 'In dem Alter, in dem die meisten Jungs Feuerwehrmann werden wollen, wollte ich Atomphysiker werden. Dieses Ziel habe ich nie erreicht, weil ich zu schlecht in Mathe gewesen bin. Geometrie lief ganz gut, aber Algebra habe ich nie auf die Reihe gekriegt; also habe ich mich halt nicht auf Naturwissenschaften spezialisiert. Hätte ich damals gewusst, was das ist, wäre ich bestimmt gerne Software-Entwickler geworden . . . aber damals gab es so was noch nicht.' In seiner Freizeit beschäftigte Douglas sich mit der Konstruktion von Modellflugzeugen ('Ich hatte sie alle in Reih und Glied oben auf meiner Kleiderkommode aufgestellt. Hinter ihnen stand ein großer, alter Spiegel, und eines schönen Tages kippte der Spiegel nach vorne um und zerschmetterte die ganze Sammlung. Danach habe ich kein einziges Flugzeug mehr zusammengebastelt. Ich war wütend, tagelang verzweifelt über diesen sinnlosen Schlag, den mir das Schicksal versetzt hatte . . .'), Gitarrespielen und Lesen. 'Zurückblickend muss ich gestehen, dass ich bei weitem nicht genug gelesen habe. Und vor allem nicht die richtigen Bücher. (Wenn ich einmal Kinder habe, werde ich alles tun, um sie zum Lesen zu ermutigen; und wenn ich sie dazu prügeln muss. ) Ich habe ›Biggles‹ gelesen, und Captain W. E. Johns berühmte Science-Fiction- Serie - ich erinnere mich noch genau an ein Buch mit dem Titel Die Suche nach dem perfekten Planeten, das hat mich sehr beeinflusst. Außerdem gab es da einen Autor namens Eric Leyland, den anscheinend niemand außer mir kennt. Eine seiner Figuren war ein Held mit Namen David Flame, eine Art James Bond für Zehnjährige. Zu einer Zeit, da ich mir eigentlich den guten alten Dickens hätte reinziehen sollen, las ich Eric Leyland. Aber so ist das halt - man kann die Kinder nicht dazu zwingen, oder?' Douglas war auch begeisterter Leser von Eagle, damals der beliebteste Kindercomic in England. Dort erschienen die Abenteuer von Dan Dare, kunstvoll gezeichnet von Frank Hampson. Der Science-Fiction- Strip erging sich vornehmlich in...

Das Buch Des Alfred Kantor

Das Buch Des Alfred Kantor

Autor : Alfred Kantor,friedrich Heer,johannes Eidlitz
Geschlecht : Bücher, Politik & Geschichte, Deutsche Geschichte,
lesen : 2028
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Dateigröße : 11.23 MB